Leonberg
Die Stadt liegt im westlichen Großraum von Stuttgart, im Landkreis Böblingen und im Bundesland Baden Württemberg. Landschaftlich sehr schön im Glemstal gelegen, Meereshöhe: 386 Meter; Einwohnerzahl: 45 000. Alle allgemein- bildenden Schulen, Fach- und Berufsschulen, am Ort. Neben traditionsreichen Handwerks- und Gewerbebetrieben prägen die metallverarbeitende Industrie und Dienstleistungsunternehmen die örtliche Wirtschaft. Wüstenrot Bausparkasse, GEZE, Beschlagsysteme für Türen und Fenster, Robert Bosch GmbH, Geschäftsbereich Bord-Elektronik, KFZ-Ausrüstung, LEWA, Pumpensysteme für Dosier- und Prozesstechnik sind nur einige von den grösseren Unternehmungen.

Die Stadt Leonberg zählt zu den größten Städten im Großraum Stuttgart. In unmittelbarer Nähe zur Landeshauptstadt gelegen und hervorragend an alle wichtigen Verkehrswege angebunden, ist Leonberg ein ungewöhnlich attraktiver Ort.
Das 15 km entfernte Stuttgart und der 10 km entfernte Flughafen Leinfelden-Echterdingen sind bequem mit der S-Bahn zu erreichen. Einer der wichtigsten Verkehrsknotenpunkte des Landes, das Autobahnkreuz A 8 München - Karlsruhe / A 81 Singen - Heilbronn - Nürnberg, ist nur 5 Min. entfernt.
Von Stuttgart aus führte schon früher eine Handelsstraße - die heutige B 295 - über Leonberg nach Calw bzw. in den Nordschwarzwald. Über die seit dem 19. Jahrhundert bestehende Eisenbahnlinie Stuttgart - Calw sind Leonberg und Weil der Stadt heute auch an das S- Bahnnetz des Stuttgarter Raumes angeschlossen.
Das einstige württembergische Amtsstädtchen hat sich heute zu einem modernen, mittelständischen Wirtschaftszentrum entwickelt. 1939 war es noch eine reine Wohngemeinde und vergrößerte sich nach 1945 durch die Ansiedlung von Industriebetrieben aller Branchen.

1248 wurde die Stadt von dem Grafen von Württemberg gegründet und bis heute hat sich die Altstadt von Leonberg als geschlossen wirkende historische Stadtanlage mit weitgehend ursprünglichem Grundriss erhalten. Sie spiegelt noch heute - trotz jüngerer Veränderungen - im wesentlichen den Charakter der alten württembergischen Residenz- und Amtsstadt wieder. Viele historische Gebäude sind erhalten und laden zu einer Besichtigung ein. Die gotische Stadtpfarrkirche aus dem späten 13. Jahrhundert, das Fachwerkrathaus, erbaut 1462-82, der Renaissancebrunnen mit Fürstenstandbild von 1566 und das Schloss, das unter Herzog Christoph in den Jahren 1560-65 neu erbaut wurde. Malerische Winkel, stattliche Fachwerkhäuser und heimelige Plätze sind typisch. Das Ensemble der Carl-Schmicke-Straße in Eltingen mit seinen prächtigen Fachwerkhäusern zählt zu den schönsten Dorfstraßen in Württemberg.

Seinen Reiz bezog Leonberg aus dem Miteinander von historisch gewachsenem Altstadtkern und der als Kultur- und Geschäftszentrum gestalteten neuen Stadtmitte. Dabei ist man sich noch nicht so recht im Klaren, wo nun das Herz von Leonberg eigentlich schlägt, im besinnlichen Altleonberg, mit seiner Historie und den gemütlichen Kneipen oder in der neuen Stadtmitte, rund um den pulsierenden Neuköllner Platz, mit dem attraktiven, gutgeführten LEO-Center und seinen Restaurants und Cafes, dem gepflegten Stadtpark mit seinen Seen und dem “Sprudlerberg”, der Römergalerie oder der multikulturellen Stadthalle. Eines dürfte bei der Planung einer “Neuen Stadtmitte” vor ca. 30 Jahren klar gewesen sein, das Geschäftsleben in der Altstadt würde drunter leiden. Noch dazu, wo sich das Leo-Center zum Einkaufsmagneten entwickelt hat.
Die Touristenattraktion Nummer 1 von Leonberg ist nicht etwa eine gotische Kirche oder ein antikes Bauwerk, sondern das größte Store der Stadt, das Leo-Center in der neuen Stadtmitte!, überwiegend im Stadtteil Eltingen ...
Wie man diese entstandene Situation miteinander verquicken kann, wird auf Grund der finanziellen Engpässe der Stadt vorläufig noch ein Rätsel bleiben. Das hat mit Stadtteil-Fehden, die es früher zwischen Leonberg und Eltingen gab, absolut nichts zu tun!  Das wäre auch für die Leonberger Neubürger unfair.
Die BNL hofft jedenfalls, auf ebenso florierende Geschäfte auch in der historischen Altstadt!

Geschichte im Detail:

260

Die Alamannen bauten ihre ersten Siedlungen im Bereich des späteren Eltingen, Gebersheim, Höfingen und Warmbronn.

1100

In diesem Jahr wird Eltingen, Gebersheim, Höfingen und Warmbronn erstmals urkundlich im "Codex Hirsaugensis" des Klosters Hirsau erwähnt.10 der 13 Warmbronner Höfe gehören zu Hirsau.

1112

Kloster Hirsau erwirbt dreiviertel von Eltingen vom Grafen von Eberstein.

1150

Eltingen ist im Besitz von Hirsau. Kirche St. Michael wird erstmals erwähnt

1246

Graf Ulrich I. von Württemberg verläßt das stauferische Heer König Konrad IV. und wechselt zum Gegenkönig über. Begünstigt durch den Machtverfall der Staufer erwirbt er von seinem Stammsitz im Remstal aus, umfangreiche Gebiete und legt den Grundstein zum Aufstieg des Hauses Württemberg.

1248

Das von Ulrich I (dem Stifter) von Württemberg im Zuge des territorialen Ausbaus der Grafschaft Württemberg gegründete Leonberg, (neben Schorndorf und Waiblingen) war in Gitterform mit drei parallelen Hauptstraßen gebaut. Zur Gründung der Stadt mussten Teile der Eltinger Markung an Leonberg abgetreten werden. Er gründete die Stadt „Levinberch“ auf der Markungsgrenze zwischen Eltingen und Dilgshausen. Seine neue Stadt, strategisch günstig auf einem Bergsporn angelegt, sollte seine Grafschaft gegen Westen schützen, gegen die kaisertreuen, feindlichen Nachbarn, die Städte Markgröningen und Weil der Stadt und die Grafen von Tübingen und Calw. Die Menschen für die neue Stadt kamen aus der Umgebung; das Dorf Dilgshausen wurde schließlich aufgegeben.

1265

Todesjahr von Graf Ulrich I. von Wirtemberch.

1273

Zum ersten Mal werden Bürger namentlich erwähnt: Ulrich Pflüger, Dietrich und Albrecht von Warmbronn.

1277

Heinrich v. Hailfingen schenkt sein Patronat über die Dilgshäuser und die Leonberger Kirche dem Sindelfinger Chorherrenstift. Das Stift nimmt jetzt den Kirchenzehnt ein und bestimmt den Pfarrer.

1290

Das in Höfingen ansässige Adelsgeschlecht erscheint zum ersten Mal mit der württembergischen Truchsessenwürde bekleidet. Zu dieser Zeit ist das Dorf mit Toren und Graben versehen.

1308

Gebersheim gehört mit dem Glemsgau zu Württemberg.

1312-16

Im Reichskrieg gegen Graf Eberhard I. von Württemberg unterwirft sich Leonberg der Reichsstadt Esslingen. Die neue Herrschaft bringt Vorteile: Steuererleichterungen und Wahl des Schultheißen.

1318

Eltingen wird württembergisch; das Kloster Hirsau hat seine Güter und Rechte an den Grafen Eberhard I. von Württemberg verkauft.

1332-56

Reinhard von Höfingen steht dem Kloster Bebenhausen als Abt vor.

1348

Ein Erdbeben zerstört die Burg Leonberg Auch die Pest wütet. Die jüdische Gemeinde besteht nach 1350 nicht mehr.

1350

Die Lahrensmühle in Eltingen, als erste Getreidemühle, wird in den Annalen genannt und ist heute noch aktiv.

1351/52

Leonberg ist Amtsstadt, Verwaltungsmittelpunkt der jetzt württembergischen Umgebung. An der Spitze des Amts steht der gräfliche Vogt - er übernimmt 100 Jahre später zusätzlich die Funktion des Stadtschultheißen. Die jüdische Gemeinde besteht schon nicht mehr. Die jüdischen Einwohner Leonbergs sind vermutlich der Verfolgungswelle während der Pest 1348/49 zum Opfer gefallen. Außer der Kirche stehen bereits zu dieser Zeit nachweislich das Steinhaus am oberen Tor (heute Schwarzer Adler) und das Gebäude Pfarrstraße 16.

1383

Die Leonberger Bürger müssen Württemberg (unter Graf Eberhard II. "dem Greiner") ewige Treue schwören. Ihr Versuch, sich der Landesherrschaft zu entziehen und den Reichsstädten anzuschließen, ist gescheitert.

1388

Graf Eberhard II. von Württemberg sammelt im Städtekrieg seine Truppen in Leonberg. In Döffingen kommt es zu Sieg über die Städte und sichert damit die Vorherrschaft des Adels.

1395

Im Schleglerkrieg wird die Burg in Höfingen von Graf Eberhard III. "dem Milden" zerstört.

1442

Teilung der Grafschaft Württemberg in eine Stuttgarter und Uracher Linie. Leonberg kommt zur Uracher Linie.

1452

Warmbronn wird württembergisch. Das Kloster Hirsau hat alle seine Güter und Rechte in einem Tausch an Württemberg abgegeben.

1457

16. November: Tagung des 1. Württembergischen Landtags (von Württemberg-Urach). Der Leonberger Landtag regelt die Vormundschaft für den noch unmündigen Graf Eberhard V. Dabei wird den Bürgern, besser gesagt der bürgerlichen Oberschicht, erstmals ein Mitspracherecht vertraglich zugesichert.
 Seither schreiben die Bewohner der Stadt die Geschichte: Der Astronom Johannes Kepler als Schüler der Leonberger Lateinschule, der Philosoph Friedrich Wilhelm Joseph Schelling und der Pfarrer und Schriftsteller Eduard Mörike in Eltingen gehören zu den bedeutendsten.

1467

Graf Eberhard V. „im Bart" errichtet ein Franziskanerkloster.

1470

Etwa 900 Personen leben in der Stadt und in der kleinen nicht ummauerten Vorstadt - eine Steuerliste nennt 208 Haushalte. Die Menschen leben von der Landwirtschaft, dem Weinbau und dem Handwerk. Absatzmarkt ist die Stadt und der nähere Umkreis.

1477

Geht das Patronat zusammen mit dem Chorherrenstift auf die neu gegründete Universität über.

1480

Graf Ulrich "der Vielgeliebte" stirbt während eines Jagdaufenthaltes auf der Burg Leonberg. Um die 900 Menschen leben zu dieser Zeit in Leonberg. Die Bürger bauen ein neues Rathaus, zunächst noch Bürgerhaus genannt (heute das Alte Rathaus).

1485

Leonberger Bürger stiften ein Spital. Wohlhabende Bürger kaufen sich dort zur Altersversorgung ein. Mit ihrem Geld und Stiftungen können alte und kranke Arme aufgenommen werden. Nach Einführung der Reformation zieht das Spital in die leerstehenden Räume des Franziskanerklosters um (heute Bereich Spitalschule).

1487

Die Pfarrkirche „Sankt Michael" wird in Eltingen von Baumeister Peter von Koblenz, als eine "der schönsten Dorfkirchen" in Württemberg, errichtet.

1498

Der erste große Stadtbrand legt 46 Häuser in Schutt und Asche. Etwa 200 Menschen sind obdachlos. Viele verlassen Leonberg. Noch 50 Jahre später sind 20 Hofstätten nicht wieder aufgebaut.

1495

Kaiser Maximilian erhebt Württemberg zum Herzogtum.

1498

Der erste große Brand in der Stadt zerstört 46 Häuser. Etwa 200 Menschen werden obdachlos.

1500/50

Auf dem Gemäuer der Höfinger Burg wird ein Schloß mit Fachwerkoberbau erbaut.

1502

In Leonberg wird ein aus 8 Mitgliedern bestehender Rat genannt.

1514

Eine Erhöhung der Steuern führt zu dem „Armen Konrad" genannten Aufstand. Höhere Abgaben, häufigere Frondienste und zunehmende Regelungen durch die landesherrliche Verwaltung versetzen die württembergischen Untertanen in Wut. Schorndorf und Leonberg sind Brennpunkte. In Schorndorf endet der Aufstand blutig. Leonberg dagegen kann Herzog Ulrich Zugeständnisse abringen, auf die sich die anderen Gemeinden im Land bei ihren Verhandlungen berufen.

1525

Die Leonberger halten sich im Bauernkrieg zurück.

1528

In Leonberg wird auf 55 Hektar Wein angebaut.

1534

In Württemberg wird die Reformation eingeführt. Leonberg wird widerwillig evangelisch. Das Franziskanerkloster und die Nonnenklause - 1350 als Beginengemeinschaft erwähnt - werden aufgelöst. (Reformation in Württemberg unter Herzog Ulrich).

1537

Der Bürgermeister und Richter Benedikt Beutelspacher wird wegen seiner Opposition gegen Herzog Ulrich verurteilt und verstümmelt.

1541

Zur deutschen Schule kommt eine Lateinschule hinzu, ebenfalls nur für Jungen. Eine Mädchenschule wird erst im Jahr 1580 eingerichtet.

1546

Im Schmalkaldischen Krieg besetzen und plündern habsburgisch-spanische Truppen 3 Wochen Leonberg.

1548

Bartlin Eberlin, der sich gegen Herzog Ulrich gestellt hatte, wird auf dem Marktplatz hingerichtet.

1550

Herzog Ulrich stirbt.

1560-65

Herzog Christoph läßt unter Einbezug der Burg das Schloß bauen.

1566

1566 Der Marktbrunnen erhält eine Wappnerfigur mit Wappen und Hoheitszeichen des Landesherrn.

1570-1621

Der Bildhauer Jeremias Schwartz, Leonberger Bürgersohn, betreibt seine Werkstatt in Leonberg. Er entwickelt sich zum bedeutendsten Bildhauer der Spätrennaissance im mittleren Neckarraum. Die Grabmäler an der evangelischen Stadtkirche stammen fast alle aus seiner Werkstatt und der seiner Söhne. Die Grabdenkmäler, Ausdruck zunehmenden bürgerlichen Selbstbewußtseins, sind in der Qualität ihrer Ausführung und der Zahl ihrer Überlieferung einmalig in Württemberg. Die älteste Stadtansicht Leonbergs aus dem Jahre 1618 stammt von Jeremias Schwartz.

1571-74

Mißernten schaffen große Hungersnot.

1577

Die Eltern von Johannes Kepler (*1571) erwerben das Bürgerrecht, sie waren bereits 1575 von der Reichsstadt Weil der Stadt nach Leonberg gezogen. Bis 1583 besucht Johannes Kepler hier die Schulen. Als Leonberger Bürgersohn hat er Zugang zum württembergischen Bildungssystem.

1580

Leonbergs Gassen werden gepflastert. Eine Mädchenschule wird eingerichtet.

1582

„Statutenbuch"   (Rechtl. Rahmen für das Leben in Leonberg)

1596/97

Die Pest fordert 253 Tote in Eltingen, das sind etwa 1/3 der Bevölkerung.

1609-14

Herzogin Sybilla nimmt nach dem Tod Friedrich I. von Württemberg ihren Wittwensitz in Leonberg. Baumeister Heinrich Schickhardt legt für sie einen Lustgarten, den Pomeranzengarten, an. Der Garten wird 1980 rekonstruiert; er ist der einzige Terrassengarten der Spätrennaissance in Deutschland.

1615/16

6 "Hexen" werden hingerichtet.

1618

Beginn des Dreißigjährigen Krieges. 

1620/21

Johannes Kepler steht seiner als Hexe angeklagten Mutter Katharina bei; nach 14-monatiger Haft wird sie freigesprochen. Ihr eifrigster Verfolger ist Untervogt Lutherus Einhorn. In dessen 16jähriger Amtszeit werden 9 der insgesamt 10 Todesurteile gegen „Hexen" ausgesprochen.

1626/27

Die Pest fordert 89 Tote.

1630-38

Der kaiserliche (katholische) General Gallas quartiert sich mit seinem etwa 90 Köpfe zählenden Hofstaat nach dem Sieg über die Protestanten bei Nördlingen im Schloß ein.

1635

Die Pest fordert 635 Todesopfer, das entspricht etwa der Hälfte der Bevölkerung.

1649

Einführung der Volksschulpflicht in Württemberg.

1656

Noch immer lebt die Amtsstadt infolge der Kriegszerstörungen ausschließlich von der Landwirtschaft. Der Weinbau ist stark zurückgegangen; die Weinbaufläche war im Lauf des 16. Jahrhunderts bis etwa 1634 immer mehr ausgedehnt worden. Der Weinbau und Weinhandel hatte den Leonbergern zu einem bescheidenen Wohlstand verholfen. Die vielen Altstadthäuser aus dieser Zeit, die Grabmäler an der Stadtkirche zeugen noch davon.

1670-73

Der Musiker Daniel Speer ist Lehrer an der Lateinschule.

1684

Der erste Pferdemarkt findet statt; er soll der desolaten wirtschaftlichen Lage abhelfen und nebenbei den Abfluß des Geldes ins “Ausland”, zum Pforzheimer Pferdemarkt verhindern. Er hat seinen Ursprung am 15.02.1684, als Herzog Friedrich Karl sein Einverständnis zur Durchführung des Marktes wegen der schlechten Wirtschaftslage gab und auch als Begünstigung für Leonberg als Amtsstadt. Er hat sich als einziger Jahrmarkt bis heute erhalten.

1688

Pfälzischer Erbfolgekrieg (bis 1697). Gegen Zahlung eines hohen Tributes wird eine Besetzung der Stadt durch die Franzosen verhindert.

1693

Französische Soldaten plündern im pfälzischen Erfolgekrieg Gebersheim, Höfingen und Warmbronn.

1699

Die ehemalige Scheune der Familie von Sachsenheim, von Untervogt Einhorn zum Wohnhaus umgebaut, wird Pfarrhaus.

1703

1076 Menschen leben in der Stadt, in Warmbronn 213 Seelen

1711

Der letzte Truchseß von Höfingen stirbt.

1749

Herzog Karl Eugen versuchte das (schlechte) Verhältnis zwischen Leonberg und Eltingen zu regeln.

1751

Der erste Leonberger wandert nach Amerika aus.

1756

Bürger beschweren sich beim Herzog über Mißwirtschaft und Filz im Magistrat. Eine Untersuchungskommission nimmt ihre Tätigkeit auf.

1770

Immer mehr setzt sich mit dem Kartoffelanbau ein neues Grundnahrungsmittel durch.

1773/74

In Eltingen wird ein neues Pfarrhaus gebaut.

1775

Der Philosoph Friedrich Wilhelm Joseph Schelling wird am 27. Januar als Pfarrerssohn geboren. Er wird berühmtester Sohn Leonbergs und stirbt 1854

1775/76

Neubau der Eltinger Schule.

1786

Der Stadtgraben wird zugeschüttet und bebaut, die Tore werden abgebrochen. Die Stadt wächst nach 500 Jahren über ihre mittelalterliche Grenze hinaus. Ungefähr 1400 Menschen leben in Leonberg.

1796-1801

Elisabeth Dorothea Schiller, die Mutter des Dichters Friedrich Schiller, verbringt ihren Lebensabend im Schloß.

1797

Leonberg hat 1483 Einwohner, Eltingen 1175.

1814-1817

Abbruch der Stadttore in Leonberg.

1816

Große Hungersnot in Württemberg. Leonberg ist „überladen mit armen Leuten". Auswanderungen nehmen zu.

1828-45

Die ersten Vereine werden gegründet: Schützenkorps, Liederkranz, Sängerbund und Turnverein.

1831

Der Schriftsteller und Vikar Eduard Mörike übernimmt die Pfarrverweserstelle.

1835

Geburt des Warmbronner Dichters Christian Wagner.

1838

Leonberg erhält eine eigene Zeitung, sie erscheint einmal wöchentlich.

1841

Das Eltinger Rathaus mit Kelter im Erdgeschoss wird gebaut.

1846

Heinrich Essig züchtet den Leonberger Hund, eine Kreuzung aus Bernhardiner, Neufundländer und Pyrenäenwolfshund. Im Spitalgebäude wird eine Kleinkinderschule eingerichtet.

1847

„In Leonberg gärt es", meint der Oberamtmann, die Zeitung nennt sich einige Monate lang  Volksblatt. Die deutsche Revolution nimmt in Leonberg aber einen gemäßigten Verlauf.

1850

In Leonberg sind 487 Gebäude vorhanden, davon sind 295 Haupt- und Wohngebäude.

1859

Der „Markungs- und Steuerausgleich" zwischen Leonberg und Eltingen beendet die 600jährigen Streitigkeiten der beiden Gemeinden.

1869

Leonberg kommt mit dem Anschluß an die Eisenbahn einen ersten Schritt aus seiner Abseitslage heraus. Eröffnung der Bahnlinie Ditzingen - Leonberg - Weil der Stadt.

1875

Die erste Fabrik beginnt in der Gäßlensmühle. Wilhelm Stohrer stellt dort landwirtschaftliche Geräte her. Bis zum zweiten Weltkrieg entwickelt sich in der ländlichen Oberamtsstadt nur wenig Industrie.

1888

Erscheint eine zweite, die Leonberger Zeitung.

1895

Der zweite große Stadtbrand vernichtet zwischen Rathaus und Kirche 54 Wohngebäude und 16 Scheunen. Der Wiederaufbau geht rasch voran, das Quartier wird völlig neu geordnet.

1900

2524 Menschen leben in Leonberg.

1905

Eltingen erhält eine Wasserleitung.

1907

Der Bahnhof erhält den ersten Fernsprecher.

1908/09

 Bau der Mörike Schule in Eltingen.

1914-1918

Erster Weltkrieg.101 Leonberger Bürger fallen im I. Weltkrieg bzw. werden vermißt.

1917

Die Leonberger Kirchenglocken werden eingeschmolzen.

1918

Leonberg zählt im 1. Weltkrieg 101 Gefallene und Vermißte.

1923

In Leonberg erfolgt die Gründung einer Ortsgruppe der NSDAP.

1924

Um der Wohnungsnot abzuhelfen, gründet der Missionar Christian Röckle den Verein „Christlicher Notbund zur gegenseitigen Hilfe". Daraus entsteht 1934 die „Leonberger Bausparkasse".

1927

Leonberg wird mit Stuttgart durch eine Onmibuslinie verbunden. In vier Industriebetrieben finden 500 Personen Arbeit. 3 300 Menschen leben in der Stadt.

1928

Auf dem Engelberg wird ein Wasser- und Aussichtsturm errichtet.

1933

Hissung der Hakenkreuzfahne im „Alten Rathaus". In Leonberg erhält die NSDAP bei Wahlen 48%. In Eltingen erhalten SPD und DKP 50%.

1935

Die ersten 18 Eigenheime in der neuen Wohnsiedlung Gartenstadt feiern Richtfest.

1935-38

Bau der Reichsautobahn auf Leonberger und Eltinger Markung. Der Engelbergtunnel ist der erste Autobahntunnel in Deutschland. Das Freibad wird eingeweiht.

1938

Eltingen wird nach Leonberg eingemeindet, die Stadt hat jetzt insgesamt 8 000 Einwohner.

1944-45

Im Engelbergtunnel werden Rüstungsgüter hergestellt, ein Teil der Arbeiter kommt aus dem neu eingerichteten Konzentrationslager-Außenkommando Leonberg, das dem KZ Natzweiler im Elsaß untersteht. Die katastrophalen Arbeits- und Lebensbedingungen fordern 374 Todesopfer.
Weitere Einzelheiten unter:
KZ

1945

Beim einzigen größeren Luftangriff auf Leonberg werden 19 Menschen getötet, 20 Häuser werden zerstört oder schwer beschädigt. Am Ende des Krieges hat Leonberg 310 Gefallene und 225 Vermißte zu beklagen.

1945

Am 20. April besetzen französische Soldaten Gebersheim, am Tag darauf erst Höfingen, dann Leonberg und Warmbronn. Am 8. Juli kommen Leonberg und Umgebung unter amerikanische Hoheit, werden Bestandteil der amerikanischen Zone.

1948

Der von 1934-1938 in Eltingen amtierende Bürgermeister Carl Schminke wird Bürgermeister von Leonberg, er bleibt bis zu seinem Tode im Jahr 1953 in diesem Amt.

1950

12.430 Menschen leben in Leonberg, davon 17% Flüchtlinge und Vertriebene. Die Stadt erlebt nach dem 2. Weltkrieg eine stürmische Entwicklung hinsichtlich der Bevölkerungszahl und der Wirtschaft.

1952

Die Bundesländer Württemberg- Hohenzollern, Württemberg- Baden und Baden schließen sich nach einer Volksabstimmung zum neuen Bundesland Baden-Württemberg zusammen.

1954

Die Gewerbeschule bezieht ein eigenes, neu errichtetes Gebäude. Die in der Folge zum Beruflichen Schulzentrum erweiterte Einrichtung des Kreises umfaßt ab 1976/77 ein Technisches- und ein Wirtschaftsgymnasium.

1957

Das aus der Oberschule hervorgegangene Albert- Schweizer- Gymnasium wird in einem neuen Gebäude eingeweiht.

1958

Der Anschluß an die Bodenseewasserversorgung stellt die in der Vergangenheit immer wieder gefährdete Wasserversorgung sicher.

1959

Die Stadt richtet eine Sonderschule für Lernbehinderte ein; sie erhält später den Namen Pestalozzischule

1963

Leonberg zählt 20.000 Einwohner und wird Große Kreisstadt. Die neun Jahre zuvor in der Schellingschule mit einer Klasse begonnene Realschule bezieht ein eigenes Gebäude und erhält den Namen des Dichters Gerhart Hauptmann.

1968

Einweihung des Kreiskankenhauses. Die Mütterschule, 1972 in Familien-Bildungsstätte umbenannt, nimmt ihren Kursbetrieb auf. Träger der überkonfessionellen Einrichtung sind der Kreis, die Stadt und die Evangelische Kirche.

1973

Der Kreis Leonberg wird aufgelöst. Leonberg wird regionales Mittelzentrum im Kreis Böblingen. In Folge wird das verwaiste Leonberger Landratsamt Rathaus der Stadt. In der neuen Stadtmitte zwischen den Stadtteilen Leonberg und Eltingen wird ein Einkaufszentrum, das Leo-Center eröffnet (das neue Herz Leonbergs)

1974

Gebersheim, Höfingen und Warmbronn werden nach Leonberg eingemeindet; mit ihnen zählt Leonberg 35.938 Einwohner. Jugendhaus LEONBERG e.V wird gegründet.

1975/76

Fertigstellung der markanten, von vielen Leonbergern abgelehnten Leo1 und Leo2-Hochhaus-Riesen im neuen Stadtzentrum. Die nicht unumstrittene Silhouette Leonbergs mit den Hochhäusern in der Stadtmitte (“Leonhatten”) wird vorwiegend als Markenzeichen positiv gesehen.

1977

Fertigstellung des Leo 2000 im neuen Stadtzentrum.

1978

Leonberg wird an das S-Bahnnetz angeschlossen.

1980

Der Pomeranzengarten beim Schloss wird nach Originalplänen rekonstruiert und neu bepflanzt.

1983

Eine zweite Realschule, die Ostertag-Realschule, wird eröffnet.

1984

Stadtpark im neuen Zentrum und multikulturelle, heiß umstrittene Stadthalle werden fertiggestellt. Das City-Hotel wird am Stadtpark gebaut.

1986

Eröffnung des Parkhauses am Marktplatz als Parkkaverne.

1988

Eine Jugendkunstschule wird eingerichtet und an die Volkshochschule angegliedert.

1990

Das Leobad, Nachfolger des Eltinger Freibads von 1938, wird eröffnet.
„Friedensmahnmal im Stadtpark" eingeweiht

1991

In Leonberg leben über 42 000 Menschen, davon sind rund 5000, also 12 % Ausländer.

1994/95

Bau der Sophie Scholl Schule im Ezach (Eltingen). Das Leo-Center wird 1994/95 komplett umstrukturiert und modernisiert.

1995/96

Baubeginn des neuen Engelbergbasistunnels, der zusammen mit dem Autobahndreieck zur größten Baustelle Deutschlands wurde.

1996

Der 225. Pferdemarkt in Leonberg, der seit 1684 an jedem 2. Dienstag im Februar stattfindet, wird mit über 150 Wagen gefeiert.

1998/99

Die Stadt Leonberg feierte ihr 750-jähriges Jubiläum. Die “AMBER HOTEL Gruppe” übernimmt das City-Hotel am Stadtpark mit Namen: “Amber Hotel Panorama”.

1999

Ferigstellung des neugebauten Engelbergtunnels und des Leonberger Dreiecks. Sie werden für den Verkehr freigegeben. Orkan „Lothar" hinterlässt gravierende Spuren!

2001

In der Gesamtstadt leben über 44 000 Einwohner. Die Seebühne im Stadtpark wird eingeweiht. Fusion der Leonberger Bausparkasse mit Wüstenrot Ludwigsburg. Ab sorfort nur noch Wüstenrot.

2002/03

Fertigstellung der Römergalerie im neuen Stadtzentrum.

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